Neuroradiologie
Von der Abklärung bei Gedächtnisstörungen über Multiple Sklerose und Hirntumoren bis zu den Halsschlagadern: Wir bilden Gehirn, Nerven und Gefäße in MRT und CT ab, strahlungsfrei in der MRT, am 3-Tesla-Hochfeld, arztgeführt.
Am Kopf entscheidet die richtige Wahl des Verfahrens über die Aussagekraft: Die MRT zeigt das Hirngewebe besonders fein und kommt ohne Röntgenstrahlung aus, die CT ist schnell und bei Notfällen oder am Knochen stark. Beides bieten wir, und wählen es passend zu Ihrer Fragestellung.
MRT oder CT – wie unterscheiden sich die Verfahren?
Die MRT und die CT ergänzen sich. Welche Untersuchung für Sie die richtige ist, hängt davon ab, welche medizinische Frage beantwortet werden soll. Wir erklären, wann welches Verfahren seine Stärken ausspielt.
MRT oder CT: Was ist besser für den Kopf?
Das hängt von der Frage ab. Die MRT zeigt das Hirngewebe am feinsten und kommt ohne Strahlung aus. Sie ist meist die Wahl bei Gedächtnisstörungen, Multipler Sklerose, Tumoren und unklaren Beschwerden. Die CT ist schneller und stark bei Blutungen, Knochen und Nasennebenhöhlen. Oft ergänzen sich beide.
MRT: das Gehirn fein und strahlungsfrei
Die Magnetresonanztomografie zeigt das Hirngewebe mit dem feinsten Kontrast, ganz ohne Röntgenstrahlung.
- frühe Durchblutungsstörungen, Entzündungsherde (z. B. Multiple Sklerose),
- Tumoren und ihre genaue Lage,
- Gedächtnisstörungen, Hirnstamm und hintere Schädelgrube.
CT: schnell, und stark am Knochen
Die Computertomografie liefert in Sekunden ein Bild und ist überall dort stark, wo es schnell gehen muss oder Knochen und Verkalkungen zählen.
- Blutungen und knöcherne Verletzungen,
- Nasennebenhöhlen und Schädelbasis,
- Halsgefäße mit ihren Verkalkungen.
Ist die Untersuchung strahlungsfrei?
Die MRT arbeitet vollständig ohne Röntgenstrahlung. Sie nutzt ein starkes Magnetfeld. Die CT verwendet Röntgenstrahlung; die Dosis einer CT des Kopfes liegt typischerweise bei etwa 1 bis 2 Millisievert, vergleichbar mit einem Teil der natürlichen Strahlung eines Jahres. Wir setzen die CT nur bei klarer medizinischer Notwendigkeit ein.
Ich habe einen Herzschrittmacher oder Metall im Körper: Geht die MRT?
Oft ja. Viele moderne Schrittmacher und Implantate sind für die MRT unter festgelegten Bedingungen zugelassen; wir prüfen das vor jedem Termin. Bitte bringen Sie Ihren Geräteausweis mit und nennen Sie uns Metallteile oder frühere Operationen. Dann klären wir gemeinsam, ob und wie die Untersuchung möglich ist.
Welches Verfahren für welche Untersuchung?
Schlaganfall und Durchblutungsstörungen
Beim akuten Schlaganfall gehört die Bildgebung in die Klinik. Dort schließt eine CT zunächst eine Blutung aus und stellt die Gefäße dar, damit ohne Zeitverlust behandelt werden kann. Rufen Sie bei plötzlichen Ausfällen immer sofort die 112.
Bei uns findet die geplante Abklärung statt: nach einer vorübergehenden Durchblutungsstörung (TIA) oder einem durchgemachten Schlaganfall untersuchen wir die Ursachen: den Zustand der Hals- und Hirngefäße, zurückliegende Veränderungen im Hirngewebe und Kontrollen im Verlauf. Die MRT kann mit besonderen Sequenzen auch kleine, ältere Durchblutungsschäden sichtbar machen.
Die Halsschlagadern: Engstellen genau beurteilen
Verengungen der Halsschlagader (Karotisstenose) sind ein wichtiger Risikofaktor für den Schlaganfall. Häufig beginnt die Abklärung beim Haus- oder Facharzt mit einer Ultraschall-Untersuchung. Für die genaue Vermessung einer Engstelle liefern wir die Gefäßdarstellung im Schnittbild, bevorzugt im CT (CT-Angiografie).
Die CT bildet Verkalkungen und den Gefäßquerschnitt räumlich besonders exakt ab; so lässt sich der Grad einer Engstelle hier oft am zuverlässigsten einordnen. Ob CT oder MRT im Einzelfall die richtige Wahl ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt, auch mit Blick auf Nierenwerte und Kontrastmittel.
Demenz und Gedächtnisstörungen
Wenn das Gedächtnis nachlässt, hat das viele mögliche Ursachen, und einige davon sind gut behandelbar. Genau hier hilft die MRT: Sie erkennt oder schließt andere Ursachen aus, etwa eine Hirnwasser-Abflussstörung, einen Tumor oder eine alte Blutung, und erfasst Durchblutungsschäden der kleinen Gefäße. Bestimmte Schrumpfungsmuster des Gehirns können den Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung unterstützen.
Die MRT stellt die Diagnose einer Demenz nicht allein. Sie ist ein Baustein neben dem ärztlichen Gespräch, Gedächtnistests und Laborwerten, aber einer, der behandelbare Ursachen aufdeckt, die man sonst übersehen könnte.
Multiple Sklerose (MS)
Bei Verdacht auf Multiple Sklerose ist die MRT die wichtigste Untersuchung. Sie macht die typischen Entzündungsherde in Gehirn, Sehnerv und Rückenmark sichtbar. Mit einem Kontrastmittel lassen sich dabei frische, aktive Herde von älteren unterscheiden. Das hilft dem Neurologen, die Erkrankung einzuordnen und ihren Verlauf zu beurteilen.
Wir befunden nach den aktuellen McDonald-Kriterien (2024), dem internationalen Standard für die MS-Diagnostik, und achten auf die charakteristische Verteilung der Herde. Für Verlaufskontrollen ist die MRT das Mittel der Wahl, weil sie Veränderungen zuverlässig über die Zeit vergleichbar macht.
Hirntumoren und Metastasen
Bei Verdacht auf einen Hirntumor oder Absiedlungen (Metastasen) ist die MRT mit Kontrastmittel die genaueste Untersuchung: Sie macht Auffälligkeiten sichtbar, bestimmt ihre Lage und Ausdehnung und liefert die Grundlage für Operation, Bestrahlung und Verlaufskontrolle. Die CT ergänzt sie, wenn es um Verkalkungen, den Knochen oder eine rasche Notfall-Frage geht.
Die Bildgebung liefert dabei den Verdacht und die genaue Charakterisierung. Die endgültige Diagnose stellt erst die feingewebliche Untersuchung durch die Pathologie. Sehr kleine Herde können sich der Bildgebung entziehen; deshalb raten wir zu Verlaufskontrollen im empfohlenen Rhythmus.
Kann die MRT einen Tumor oder ein Aneurysma sicher ausschließen?
Die MRT und CT sind sehr aussagekräftig und erkennen die allermeisten Veränderungen zuverlässig. Einen hundertprozentigen Ausschluss gibt es in der Medizin aber nicht. Sehr kleine Befunde können sich der Bildgebung entziehen. Deshalb ordnen wir die Bilder immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden ein und empfehlen bei Bedarf eine Verlaufskontrolle.
Muss ich bei Kopfschmerzen ein MRT machen lassen?
Meist nicht. Bei typischer Migräne oder Spannungskopfschmerz ist eine Bildgebung in der Regel nicht nötig. Sinnvoll wird sie bei Warnzeichen, etwa einem schlagartig stärksten Kopfschmerz, neuen neurologischen Ausfällen oder Kopfschmerzen, die neu auftreten und sich verändern. Ihr behandelnder Arzt entscheidet, ob eine Untersuchung angezeigt ist.
Kopfschmerz & Migräne
Nicht jeder Kopfschmerz braucht ein MRT. Bei Warnzeichen klären wir gezielt ab.
Aneurysmen & Gefäße
Darstellung der Hirngefäße (MR- oder CT-Angiografie) bei entsprechender Fragestellung.
Schwindel & Hörsturz
MRT des inneren Gehörgangs, etwa zur Abklärung eines Tumors am Gleichgewichtsnerv.
Epilepsie
Hochauflösendes MRT-Spezialprotokoll zur Suche nach der Ursache von Anfällen.
Nasennebenhöhlen
CT bei chronischer Entzündung oder zur Planung eines Eingriffs.
Hypophyse
Feinschicht-MRT mit Kontrastmittel zur Abklärung der Hirnanhangsdrüse.
So läuft Ihre Untersuchung ab
An unserem 3-Tesla-Hochfeld-MRT bilden wir Gehirn und Halsstrukturen besonders detailreich ab. Hier erfahren Sie, wie Sie sich vorbereiten und was Sie während der Untersuchung erwartet.
Warum die Feldstärke am Gehirn zählt
Anders als am schlagenden Herzen, wo wir bewusst mit 1,5 Tesla arbeiten, spielt die MRT am ruhenden Gehirn ihre volle Stärke aus: Unser 3-Tesla-Hochfeld-MRT liefert ein stärkeres Signal und damit besonders scharfe, detailreiche Bilder, ein Vorteil gerade bei feinen Strukturen wie den Entzündungsherden der Multiplen Sklerose, kleinen Tumoren oder der Beurteilung des Gedächtniszentrums. Und das alles ganz ohne Röntgenstrahlung.
Wie bereite ich mich auf das MRT vor?
Für die MRT von Kopf und Hals müssen Sie nicht nüchtern sein. Bitte legen Sie vor der Untersuchung Schmuck, Piercings, Hörgeräte und herausnehmbaren Zahnersatz ab. Metallteile im Körper oder einen Herzschrittmacher sagen Sie uns vorab. Das klären wir über Ihren Fragebogen.
Wie läuft die Untersuchung Schritt für Schritt ab?
- Bei manchen Fragestellungen geben wir über einen kleinen venösen Zugang ein Kontrastmittel, das krankhaftes Gewebe deutlicher hervortreten lässt.
- Sie liegen bequem auf dem Rücken, Ihr Kopf ruht in einer weichen Spule, welche die Signale empfängt. Wichtig ist nur, dass Sie ruhig liegen. So werden die feinen Bilder gestochen scharf. Gegen die Klopfgeräusche erhalten Sie einen Gehörschutz, und über Klingel und Sprechkontakt sind Sie jederzeit mit uns verbunden.
- Die Untersuchung dauert dank moderner Sequenzen und Deep Resolve in der Regel etwa 15 Minuten, bei hervorragender Bildqualität.
- Anschließend werten unsere Fachärzte die Bilder sorgfältig aus; Ihr überweisender Neurologe, Haus- oder Nervenarzt erhält einen strukturierten Befund. Nach der Untersuchung können Sie Ihren Tag wie gewohnt fortsetzen.
Und wenn stattdessen ein CT durchgeführt wird?
Ist eine Computertomografie (CT) das passende Verfahren, läuft es ähnlich ab, nur schneller und ohne Spule; die Schnittbilder entstehen dann mit einer niedrig dosierten Röntgentechnik.
Kosten & Kostenübernahme
Ob die Kosten übernommen werden, hängt vom Anlass der Untersuchung ab. Mit einer ärztlichen Überweisung ist die MRT oder CT von Kopf und Hals bei medizinischer Notwendigkeit in der Regel eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung.
Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?
Mit einer ärztlichen Überweisung ist die MRT oder CT von Kopf und Hals bei medizinischer Notwendigkeit in der Regel eine Leistung der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Für Sie entstehen dann keine zusätzlichen Kosten. Bringen Sie die Überweisung Ihres Haus-, Fach- oder Nervenarztes einfach zum Termin mit.
Ist eine Untersuchung auch ohne Überweisung möglich?
Ohne medizinische Notwendigkeit, etwa als reine Wunschuntersuchung, ist sie eine Selbstzahlerleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); den Betrag nennen wir Ihnen in diesem Fall vorab in einem unverbindlichen Kostenvoranschlag.
Ihre Radiologie Ulm – Vertrauensvolle Diagnostik
Wir sind eine arztgeführte radiologische Praxis, geführt von Dr. med. Philipp May und Dr. med. Martin Sinn, beide Fachärzte für Radiologie.
Kopf- und Halsbildgebung verlangt Erfahrung in der Auswahl des richtigen Verfahrens und in der Befundung; wer sich bei uns untersuchen lässt, erhält den Befund von einem Facharzt, strukturiert, sodass der überweisende Neurologe, Hausarzt oder Neurochirurg ihn direkt weiterverwenden kann.
Weitere Kompetenzbereiche
Disclaimer
Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen kein ärztliches Gespräch. Die Inhalte orientieren sich an aktuellen medizinischen Leitlinien und wissenschaftlichen Standards.
Medizinische Grundlagen und Quellen
- S3-Leitlinie Demenzen (AWMF 038-013, 2026)
- S3-Leitlinie Extrakranielle Karotisstenose (AWMF 004-028)
- Leitlinie Akuttherapie ischämischer Schlaganfall (AWMF 030-046)
- McDonald-Kriterien 2024
- EANO-Leitlinie Gliome
- ILAE-Neuroimaging-Empfehlungen