Onkologische Bildgebung
Bei einer Krebserkrankung begleitet die Bildgebung den ganzen Weg: die Ausdehnung vor der Behandlung bestimmen, das Ansprechen der Therapie messen, in der Nachsorge ein Wiederauftreten früh erkennen. Wir übernehmen diese Untersuchungen in CT und MRT, gezielt, vergleichbar und eng mit Ihren behandelnden Ärzten abgestimmt.
Diese Seite beschreibt die übergreifende Rolle der Radiologie in der Krebsbehandlung. Für die einzelnen Organe (Prostata, Brust, Kopf oder Bauch) finden Sie die Details auf den jeweiligen Seiten; hier geht es um den roten Faden, der sie verbindet.
Welche Aufgabe übernimmt die Bildgebung?
Vier Aufgaben, in der Reihenfolge, in der sie im Verlauf einer Behandlung aufeinander folgen.
1 Abklären
Ein Verdacht (ein Tastbefund, ein Symptom, ein auffälliger Laborwert) wird eingeordnet: Ist etwas da, und wie sieht es aus?
2 Ausdehnung bestimmen (Staging)
Vor der Behandlung wird die Ausbreitung erfasst: wie groß der Tumor örtlich ist, ob Lymphknoten beteiligt sind und ob sich Absiedlungen (Metastasen) gebildet haben. Diese Einordnung nach dem TNM-System bestimmt die Therapie mit.
3 Therapie kontrollieren
Während und nach der Behandlung zeigt die Bildgebung, ob die Therapie anspricht: Schrumpft der Tumor, bleibt er stabil, wächst er? Das ist die Grundlage für "weiter so" oder "umsteuern".
Warum immer dasselbe Verfahren in der Verlaufskontrolle?
Um "größer oder kleiner geworden?" verlässlich beantworten zu können, vermessen wir dieselben Herde nach einem einheitlichen Maßstab und möglichst am selben Gerät. Nur so ist der Vergleich über die Zeit belastbar und nicht vom Zufall abhängig.
4 Nachsorge
Nach abgeschlossener Behandlung folgen regelmäßige Kontrollen, um ein Wiederauftreten früh zu erkennen, in festgelegten Abständen, die sich nach Ihrer Erkrankung richten.
Moderne Bildgebung in der Onkologie
Nicht jede Untersuchung beantwortet dieselbe Frage. CT, MRT, Ganzkörper-MRT und PET/CT ergänzen sich und kommen jeweils dann zum Einsatz, wenn sie den größten diagnostischen Nutzen bieten.
Wie kontrolliert man, ob eine Therapie wirkt?
Ob eine Therapie wirkt, hängt an einer verlässlichen Antwort auf die Frage "größer oder kleiner geworden?". Damit diese Antwort belastbar ist und nicht vom Tagesbefund abhängt, vermessen wir Tumorherde nach einem international einheitlichen Maßstab (RECIST): dieselben Herde, dieselbe Technik, möglichst am selben Gerät. So lässt sich ein Ansprechen, ein Stillstand oder ein Fortschreiten sauber über die Zeit vergleichen.
Für moderne Immuntherapien gibt es eine angepasste Fassung, die ein kurzes anfängliches Anschwellen nicht vorschnell als Verschlechterung wertet.
Wann macht eine Ganzkörper-MRT Sinn?
Für einige onkologische Fragen bildet die Ganzkörper-MRT mit Diffusionswichtung den ganzen Körper in einem Durchgang ab, ohne Röntgenstrahlung. Wir setzen sie bei klar umrissenen Indikationen ein:
- beim Multiplen Myelom und verwandten Erkrankungen, wo die Ganzkörper-MRT das frühere Skelett-Röntgen abgelöst hat, weil sie das Knochenmark empfindlich beurteilt,
- zur Überwachung bei nachgewiesenen erblichen Tumorsyndromen (etwa dem Li-Fraumeni-Syndrom), wo eine regelmäßige strahlenfreie Kontrolle empfohlen ist,
- in ausgewählten Fällen zur Suche nach Knochenabsiedlungen.
Kein Rundum-Scan "auf Verdacht": Die Ganzkörper-MRT in der Onkologie folgt immer einer konkreten Frage, einer bekannten Erkrankung oder einem nachgewiesenen Risiko. Sie ist etwas anderes als ein ungezielter Vorsorge-Ganzkörper-Check, den wir bewusst nicht anbieten.
Wann wird ein PET/CT eingesetzt, und führt die RPU es durch?
Für bestimmte Fragestellungen (etwa das Staging von Lymphomen, die Suche nach dem Ursprung eines unklaren Tumors oder die Abklärung eines Prostata-Rezidivs) ist eine PET/CT das passende Verfahren, weil sie Stoffwechsel und Anatomie verbindet. Diese Untersuchung wird an einer nuklearmedizinischen Einrichtung durchgeführt; wir stimmen uns eng mit den dortigen Kolleginnen und Kollegen ab und sorgen für die richtige Weichenstellung.
Der Grundsatz bleibt: das passende Werkzeug für die jeweilige Frage. CT, MRT und PET/CT ergänzen einander, sie ersetzen einander nicht.
Warum arbeiten Radiologen und Onkologen eng zusammen?
Eine gute Bildgebung entfaltet ihren Wert erst im Zusammenspiel. Wir liefern strukturierte, vollständige Befunde, die für Ihre behandelnden Ärzte unmittelbar verwertbar sind, übernehmen bei Bedarf die Zweitbefundung auswärtiger Aufnahmen und stimmen uns eng mit der Onkologie, der Chirurgie und den weiteren Fachrichtungen ab. So steht hinter der Therapieentscheidung nicht eine einzelne Meinung, sondern ein abgestimmtes Bild.
Ist die wiederholte Strahlung im CT ein Problem?
Onkologische Verläufe bringen oft wiederholte Kontrollen mit sich, und im CT summiert sich die Strahlung über die Zeit. Deshalb bevorzugen wir, wo sie medizinisch gleichwertig ist, die strahlenfreie MRT, besonders bei jüngeren Menschen und langen Verläufen. Wo ein CT nötig ist, halten wir die Dosis mit moderner Technik so niedrig wie diagnostisch vertretbar, und jede Röntgenuntersuchung folgt einer klaren, begründeten Fragestellung.
Warum bieten wir keinen Ganzkörper-Check zur Krebsvorsorge an?
Unsere onkologische Bildgebung richtet sich an Menschen mit einer bekannten oder konkret vermuteten Tumorerkrankung oder mit einem nachgewiesenen erblichen Risiko. Jede Untersuchung folgt einer klaren medizinischen Frage.
Einen ungezielten Ganzkörper-Check zur Krebsvorsorge bei Gesunden bieten wir bewusst nicht an: Für ihn ist ein Nutzen nicht belegt, wohl aber das Risiko von Zufallsbefunden und unnötigen Folgeuntersuchungen. Für die Früherkennung gibt es etablierte, geprüfte Programme (etwa das Mammographie-, Darmkrebs- und Hautkrebs-Screening). Dorthin verweisen wir gern.
Für welche Organe bieten wir Tumordiagnostik an?
So läuft Ihre Untersuchung ab
Ob CT oder MRT – der Ablauf richtet sich nach der medizinischen Fragestellung. Hier erfahren Sie, wie Sie sich vorbereiten und was Sie während der Untersuchung erwartet.
Wie bereite ich mich auf die Untersuchung vor?
Für die meisten onkologischen Untersuchungen ist keine besondere Vorbereitung nötig. Nüchtern müssen Sie in der Regel nicht sein. Bringen Sie bitte Voraufnahmen und Ihren Arztbrief mit, damit wir direkt vergleichen können. Für die MRT klären wir Metallteile oder einen Herzschrittmacher vorab über Ihren Fragebogen.
Wie läuft die Untersuchung Schritt für Schritt ab?
- Über einen kleinen venösen Zugang geben wir bei fast allen Staging-Untersuchungen ein Kontrastmittel, es macht Tumor und Lymphknoten sicherer abgrenzbar. Im CT sind dabei ein kurzes Wärmegefühl und das Gefühl, Wasser lassen zu müssen, ganz normal.
- Je nach Fragestellung entsteht die Aufnahme im CT (Brustkorb, Bauch oder Becken, schnell, wenige Minuten) oder im MRT (einzelne Organe wie Leber oder Prostata, höchster Weichteilkontrast, etwa 15 Minuten). Im MRT erhalten Sie gegen die Klopfgeräusche einen Gehörschutz.
- Bei Kontrollen vermessen wir den Befund nach festem Maßstab, damit der Verlauf über die Zeit exakt vergleichbar ist.
- Ihre Onkologin oder Ihr Onkologe erhält zeitnah einen strukturierten Befund; wichtige Ergebnisse besprechen wir bei Bedarf direkt mit den behandelnden Ärzten.
Kosten & Kostenübernahme
Mit einer medizinischen Fragestellung und ärztlichen Überweisung werden onkologische CT- und MRT-Untersuchungen in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.
Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?
Die onkologische Bildgebung erfolgt aus einer medizinischen Indikation und ist mit einer ärztlichen Überweisung eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Welche Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll ist, stimmen wir mit Ihren behandelnden Ärzten ab.
Ihre Radiologie Ulm – Vertrauensvolle Diagnostik
Wir sind eine arztgeführte radiologische Praxis, geführt von Dr. med. Philipp May und Dr. med. Martin Sinn, beide Fachärzte für Radiologie.
In der Onkologie zählt neben der Technik vor allem die ärztliche Einordnung: die richtige Untersuchung zur richtigen Frage, ein klarer, vergleichbarer Befund und die enge Abstimmung mit allen, die Sie behandeln.
Weitere Kompetenzbereiche
Disclaimer
Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen kein ärztliches Gespräch. Die Inhalte orientieren sich an aktuellen medizinischen Leitlinien und wissenschaftlichen Standards.
Medizinische Grundlagen und Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (S3-Leitlinien, AWMF)
- RECIST 1.1 (Eisenhauer et al., 2009) und iRECIST (Seymour et al., 2017)
- Onkopedia / S3-Leitlinie Multiples Myelom (Ganzkörper-Bildgebung)
- Lugano-Klassifikation (Lymphom-PET)
- Orientierungshilfe der Strahlenschutzkommission