Prostata Diagnostik
Prostata-MRT · mpMRT
Prostataerkrankungen frühzeitig erkennen mit mpMRT
Die Prostata ist eine kleine Drüse, die eine wichtige Funktion im männlichen Fortpflanzungssystem erfüllt. Mit zunehmendem Alter kann es zu verschiedenen Prostataerkrankungen kommen, die oft unbemerkt verlaufen. Zur frühzeitigen Erkennung stehen moderne Diagnoseverfahren zur Verfügung. Eine wichtige Rolle spielt dabei das prostataspezifische Antigen (PSA).
Bei auffälligen Befunden liefert unser mpMRT in der Nähe Ulm präzise Bilder der Prostata und unterstützt eine gezielte, schonende Abklärung. Die multiparametrische MRT (mpMRT) hilft dabei, verdächtige Bereiche sichtbar zu machen und eine fundierte Entscheidung über weitere Schritte zu treffen.
Prostata Diagnostik und der PSA-Test
Prostataerkrankungen erfordern eine präzise Diagnose mit modernen bildgebenden Verfahren. Die Radiologie Parkstrasse Ulm unterstützt Sie mit erfahrenen Fachärzten und modernen Techniken wie der mpMRT.
Welche Funktion hat die Prostata im Körper?
Die Prostata ist eine Geschlechtsdrüse und bildet einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Mit zunehmendem Alter kann es zu Veränderungen der Prostata kommen, beispielsweise zu einer gutartigen Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie).
Diese ist häufig und meist harmlos, kann aber Beschwerden wie häufigen Harndrang oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen verursachen.
Was sagt der PSA-Wert über meine Prostata aus?
Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) wird im Blut gemessen und dient als wichtiger Hinweis auf mögliche Veränderungen der Prostata. Das PSA ist ein Eiweiß, das ausschließlich von Zellen der Prostata gebildet wird und als wichtiger Marker in der Prostata-Diagnostik eingesetzt wird.
Werte unter 4 ng/ml gelten in der Regel als unauffällig. Ein erhöhter PSA-Wert kann jedoch verschiedene Ursachen haben. Neben Prostatakrebs können auch eine gutartige Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie) oder eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) zu erhöhten Werten führen.
Die PSA-Bestimmung erfolgt meist beim Hausarzt oder Urologen. Bei auffälligen Werten kann eine weiterführende Diagnostik mittels mpMRT erfolgen, um Veränderungen genauer zu beurteilen und das weitere Vorgehen zu planen.
Wer ist besonders betroffen?
Prostataerkrankungen treten häufig bei Männern ab dem mittleren Lebensalter auf. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Männer mit familiärer Vorbelastung oder bestimmten Vorerkrankungen sollten besonders frühzeitig einen PSA-Test durchführen lassen.
Die regelmäßige Vorsorge inklusive PSA-Untersuchung und bei Bedarf einer mpMRT kann helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Ist die Fruchtbarkeit beeinträchtigt?
Ja, bestimmte Prostataerkrankungen wie eine Prostatitis oder Prostatakrebs können die Fruchtbarkeit bei Männern beeinträchtigen.
Nach einer Prostatitis kann sich die Fruchtbarkeit nach erfolgreicher Behandlung häufig wieder normalisieren. Nach einer Prostataoperation ist eine natürliche Zeugung abhängig vom Eingriff meist nicht mehr möglich.
Prostata-Vergrößerung
Die Prostatahyperplasie ist eine häufige gutartige Vergrößerung der Prostata, die vor allem mit zunehmendem Alter auftritt. Sie ist in der Regel nicht lebensgefährlich und entwickelt sich nicht zu Prostatakrebs.
Dennoch kann sie Beschwerden wie häufigen Harndrang, einen schwachen Harnstrahl oder Nachträufeln nach der Blasenentleerung verursachen. Die mpMRT kann helfen, die Größe der Prostata einzuschätzen und gutartige Veränderungen von auffälligen Bereichen abzugrenzen.
PSA-Wert
Der PSA-Test misst das prostataspezifische Antigen, ein Eiweiß, das von Zellen der Prostata gebildet wird und als wichtiger Marker in der Diagnostik dient.
Ein erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf Prostatakrebs sein, aber auch durch eine Prostatahyperplasie oder eine Prostatitis entstehen. Werte unter 4 ng/ml gelten in der Regel als unauffällig.
Bei erhöhtem PSA-Wert empfehlen sich weitere Abklärungen, zum Beispiel mittels mpMRT, um Veränderungen der Prostata genauer beurteilen zu können.
Prostatakrebs
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Es handelt sich um eine bösartige Erkrankung der Vorsteherdrüse.
Im Frühstadium bleibt Prostatakrebs meist unbemerkt. Eine frühzeitige Diagnose kann die Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Die mpMRT unterstützt dabei, verdächtige Veränderungen sichtbar zu machen und die weitere Vorgehensweise zu planen.
Heilungschancen bei Krebs
Die Prognose bei Prostatakrebs hängt vom Tumorstadium, der Ausbreitung und der Aggressivität der Erkrankung ab. Wird Prostatakrebs früh erkannt, bestehen häufig gute Behandlungsmöglichkeiten. Eine konsequente Nachsorge spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die langfristige Gesundheit.
mpMRT bei Prostataerkrankung
Die mpMRT ist eine fortschrittliche Methode zur Erkennung und Beurteilung von Prostataerkrankungen. Das strahlenfreie Verfahren liefert präzise Bilder der Prostata und kombiniert verschiedene Aufnahmeverfahren, um Struktur und Gewebeveränderungen detailliert darzustellen.
Bei Fragen zu Diagnose, PSA-Wert oder Vorsorge stehen Ihnen unsere Experten in Ulm jederzeit beratend zur Seite.
Wie läuft Ihre Untersuchung ab?
Von der Vorbereitung bis zur Befundbesprechung: Hier erfahren Sie, wann eine mpMRT eingesetzt wird, wie Sie sich vorbereiten und was Sie während der Untersuchung erwartet.
Was ist eine mpMRT und wann wird sie eingesetzt?
Die mpMRT (multiparametrische MRT) ist ein präzises, strahlenfreies Bildgebungsverfahren zur Beurteilung der Prostata. Im Gegensatz zu einer reinen Strukturaufnahme liefert sie zusätzlich Informationen über Gewebeveränderungen, Durchblutung und Zellbeweglichkeit.
Sie wird insbesondere bei erhöhtem PSA-Wert, vor einer geplanten ersten Biopsie, bei unklaren Befunden oder zur Verlaufskontrolle bereits bekannter Veränderungen eingesetzt.
Ob eine MRT für Sie der richtige nächste Schritt ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem überweisenden Urologen. Wir führen die Untersuchung durch und erstellen den Befund.
Wird eine mpMRT vor oder nach einem PSA-Test durchgeführt?
In der Regel erfolgt zunächst ein PSA-Test, bei dem das prostataspezifische Antigen über eine Blutuntersuchung bestimmt wird. Dieser wird meist beim Hausarzt oder Urologen durchgeführt.
Bei auffälligen Werten dient die mpMRT der weiteren Abklärung, um Veränderungen der Prostata gezielt sichtbar zu machen. Bei einem auffälligen Befund kann sich anschließend eine Biopsie anschließen.
Wie läuft eine Prostata-MRT ab?
Für die Untersuchung nutzen wir unser modernes 3-Tesla-Hochfeld-MRT. Das starke Magnetfeld ermöglicht besonders klare Bilder der Prostata. Unser Skyra-MRT arbeitet auf einer aktuellen Siemens-Plattform mit Deep Resolve, der KI-gestützten Bildrekonstruktion des Herstellers. Dadurch profitieren Sie von einer hohen Bildqualität bei verkürzter Untersuchungszeit.
Für die multiparametrische MRT kombinieren wir verschiedene Aufnahmeverfahren, die sich gegenseitig ergänzen:
- T2-gewichtete Aufnahmen stellen die Gewebestruktur detailliert dar,
- Diffusionsaufnahmen zeigen die Beweglichkeit von Wassermolekülen im Gewebe und können dichtes Tumorgewebe sichtbar machen,
- Kontrastmittelaufnahmen zeigen die Durchblutung des Gewebes.
Diese Kombination ermöglicht eine besonders genaue Beurteilung der Prostata. In bestimmten Situationen, beispielsweise bei stark eingeschränkter Nierenfunktion, kann auch eine kontrastmittelfreie MRT (bpMRT) durchgeführt werden. Ob ein Kontrastmittel eingesetzt wird, klären wir vor der Untersuchung anhand Ihrer individuellen Voraussetzungen mit Ihnen.
Eine Spule wird heute nicht mehr in den Enddarm eingeführt. Stattdessen legen wir lediglich eine flache Spule von außen auf Ihr Becken.
Eine Prostata-MRT ist auch bei vielen Patienten mit Hüftprothese möglich. Ob die Untersuchung in Ihrem individuellen Fall uneingeschränkt beurteilbar ist, hängt unter anderem von der Art und Lage des Implantats ab. Bitte informieren Sie uns vorab über vorhandene Implantate.
Wie bereite ich mich auf die Prostata-MRT vor?
Für eine möglichst gute Bildqualität bitten wir Sie:
- etwa drei Tage vor der Untersuchung keinen Samenerguss zu haben,
- mit möglichst leerem Enddarm zur Untersuchung zu kommen,
- nach einer Prostata-Biopsie mindestens sechs Wochen bis zur MRT zu warten.
Bitte informieren Sie uns vorab, wenn Sie einen Herzschrittmacher oder andere elektronische Implantate haben.
Wie läuft die Untersuchung Schritt für Schritt ab?
Vor der Untersuchung
Vor Beginn der Untersuchung legen wir Ihnen bei Bedarf einen venösen Zugang. Darüber kann in der Regel das Kontrastmittel verabreicht werden. Zusätzlich spritzen wir Buscopan – ein Medikament, das die Darmbewegungen kurzzeitig reduziert und dadurch die Bildqualität verbessern kann.
Bei bestimmten Vorerkrankungen, beispielsweise grünem Star, Herzrhythmusstörungen oder Harnverhalt, darf Buscopan nicht eingesetzt werden. Ob die Gabe möglich ist, klären wir vorab anhand Ihres Fragebogens.
Während der Untersuchung
Sie liegen bequem auf dem Rücken. In mehreren Aufnahmeserien erfassen wir die Prostata multiparametrisch. Dabei kombinieren wir verschiedene MRT-Sequenzen und führen die Untersuchung in der Regel mit Kontrastmittel über den venösen Zugang durch.
Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei. Sie liegen während der Aufnahme ruhig im MRT. Das Gerät erzeugt laute Klopfgeräusche, gegen die Sie einen Gehörschutz erhalten. Über Klingel und Sprechkontakt sind Sie während der gesamten Untersuchung jederzeit mit unserem Team verbunden.
Die eigentliche Aufnahme dauert dank moderner Sequenzen und der KI-gestützten Bildrekonstruktion mit Deep Resolve meist nur etwa 15 Minuten bei hoher Bildqualität.
Nach der Untersuchung
Nach der Gabe von Buscopan kann es vorübergehend zu verschwommenem Sehen kommen. Bitte fahren Sie daher anschließend nicht selbst mit dem Auto.
Ihre Bilder werden von unseren Fachärzten sorgfältig ausgewertet und nach dem international anerkannten PI-RADS-System beurteilt. Die Befundbesprechung erfolgt für Sie im Nachgang bequem per Telefon. So müssen Sie vor Ort nicht warten.
Befund verstehen – die nächsten Schritte
Die Auswertung Ihrer Prostata-MRT erfolgt nach international anerkannten Standards. Unsere Fachärzte beurteilen die Bilder sorgfältig und erstellen einen strukturierten Befund, der Ihrem behandelnden Urologen als Grundlage für die weiteren Entscheidungen dient.
Was bedeutet mein PI-RADS-Wert?
Die Befundung erfolgt nach dem international anerkannten PI-RADS-System (Version 2.1). Dabei werden auffällige Bereiche der Prostata auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
- PI-RADS 1–2
- Unauffälliger Befund. Ein klinisch relevantes Prostatakarzinom ist unwahrscheinlich.
- PI-RADS 3
- Unklarer Befund. Die Veränderungen können nicht eindeutig eingeordnet werden; das weitere Vorgehen wird individuell unter Berücksichtigung weiterer Faktoren entschieden.
- PI-RADS 4–5
- Auffälliger Befund. Eine relevante Veränderung ist wahrscheinlicher; zur weiteren Abklärung kann beispielsweise eine gezielte Gewebeprobe empfohlen werden.
Wie erfolgt die Auswertung?
Bei der Auswertung der Prostata-MRT setzen wir zusätzlich eine spezialisierte, nach EU-MDR CE-zertifizierte KI-Software ein. Sie unterstützt unsere Fachärzte beispielsweise durch eine automatische Vermessung der Prostata und eine strukturierte Auswertung nach PI-RADS. Die KI dient dabei als zusätzliches Hilfsmittel – die Diagnose und abschließende Beurteilung erfolgen immer durch unsere Ärztinnen und Ärzte.
Wie geht es nach der mpMRT weiter?
Bei einem auffälligen Befund (beispielsweise PI-RADS 4–5) kann Ihr Urologe eine gezielte weitere Abklärung empfehlen. Eine mögliche nächste Untersuchung ist die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie. Dabei werden die MRT-Bilder mit einem Live-Ultraschall kombiniert, um gezielt die auffällige Stelle zu untersuchen.
Die Biopsie selbst führen wir nicht durch. Diese sowie weitere Behandlungsschritte erfolgen bei Ihrem behandelnden Urologen. Wir liefern die Bildgebung und arbeiten eng mit den urologischen Praxen der Region zusammen. Sie erhalten einen strukturierten Befund, den Ihr überweisender Arzt direkt für die weitere Planung nutzen kann.
Kosten & Kostenübernahme
Vor einer Prostata-MRT stellen sich häufig Fragen zu den Kosten und zur Erstattung durch die Krankenkasse. Die wichtigsten Informationen haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Was kostet eine Prostata-MRT?
Die multiparametrische Prostata-MRT ist eine Selbstzahler- beziehungsweise Wunschleistung und wird individuell nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. In den Kosten enthalten sind die Untersuchung am 3-Tesla-MRT, das Kontrastmittel sowie die persönliche ärztliche Befundbesprechung.
Die genauen Kosten hängen vom Untersuchungsumfang, dem verwendeten Kontrastmittel und Ihren individuellen Voraussetzungen ab und ergeben sich aus der ärztlichen Rechnung nach GOÄ.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Privat versichert
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen die Kosten einer medizinisch begründeten Prostata-MRT in der Regel.
Gesetzlich versichert
Grundsätzlich ist die Prostata-MRT hier eine Selbstzahlerleistung. Über einen Selektivvertrag übernehmen jedoch zahlreiche Betriebskrankenkassen die Kosten, darunter Kassen aus der Region, zum Beispiel die BKK VerbundPlus mit Sitz in Biberach. Ob Ihre Krankenkasse dabei ist, sagen wir Ihnen gerne vorab.
Ihre Radiologie Ulm – Vertrauensvolle Diagnostik
Die Prostata-MRT ist ein Schwerpunkt von Dr. med. Philipp May und Dr. med. Martin Sinn, die unter anderem am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eng mit der auf Prostataerkrankungen spezialisierten Martini-Klinik zusammengearbeitet haben.
Wir bieten moderne Bildgebungsverfahren für Ihre Prostatauntersuchung und sind Ihr Ansprechpartner für ein mpMRT in der Nähe Ulm – mit dem Ziel, verlässliche und bestmögliche Ergebnisse für Ihre Gesundheit zu erzielen.
Weitere Kompetenzbereiche
Disclaimer
Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen kein ärztliches Gespräch. Die Inhalte orientieren sich an aktuellen medizinischen Leitlinien und Standards.
Medizinische Grundlagen und Quellen
- S3-Leitlinie Prostatakarzinom (AWMF 043-022, Update 2025)
- PI-RADS v2.1
- Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut